A L P E N

Die Gemälde sind mit Acryl - und Aquarellfarben hergestellt. Feste Bergmassive fließen, lösen sich teilweise auf. Fragile Gipfel erscheinen wie Glasscherben. Baumstämme zersplittern und türmen sich auf, ähnlich wie Mahnmale. Die Fotografien im zweiten Teil sind teilweise mit Filtern und verschiedenen Bildfragmenten gestaltet. Formzerstückelungen, dunkle gebrochene  Farben und Negativabbildungen intensivieren den Eindruck von Zerstörungen. Drahtseile umspannen die Natur. Berge zeigen offene Wunden. Lawinen pulverisieren hartes Gestein. Stahlkonstruktionen schließen Landschaften ein, verdecken den Himmel und werden zu künstlichen Gebirgen.

Trotz bedrohlicher Fakten und mahnenden Stimmen von Umweltschützern geht die von Menschen bedingte Zerstörung der eigenen Lebensräume nicht zurück. Raubbau, Smog, Gütertransfer, um nur einige zu nennen, sind mittlerweile zu Schlagwörtern geworden. Sie berühren uns nur kurz, wir haben uns daran gewöhnt. Exemplarisch für die Verletzung und Zerstörung der Natur habe ich die Alpen ausgewählt, deren Veränderung ich im Laufe von Jahrzehnten miterlebt habe. In den Alpen, dem größten Natur und Kulturraum Europas, ist durch extrem äußerliche Einflüsse das empfindliche Ökosystem besonders gefährdet. Im "Freizeitgebiet der Massen" spielt sich 1/4 des Welttourismus ab. Jährlich 120 Millionen Feriengäste - 53000 Skipisten und Seilbahnen mit einer Länge von 120000 km -  im Jahr 2007 überquerten über 2 Millionen LKW´s den Brenner und alles Tendenz steigend. Neu ist der Ausverkauf der Alpen. Im Februar 2018 schrieb das Managermagazin : Der Ausverkauf der Alpen ist im vollem Gange. Unberührte Hänge und Täler werden zur Kaufoption. Investoren aus  Rußland, Amerika, China und aus arabischen Ländern spielen mit beim Monopoly der Berge.

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